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Test: Mass Effect 3: Special Edition (Wii U)

Test

Spiel's noch einmal, Shepard! Biowares Sci-Fi-Epos gehört für viele Wii U-Spieler wohl zu den am sehnlichsten erwarteten Titeln. Schließlich hat das Finale der Trilogie schon auf den anderen Konsolen Traumwertungen eingefahren. Aber lohnt es sich nur den dritten Teil zu spielen, der zudem als Launchtitel wahrscheinlich einige Mängel haben wird? Unser Test verrät es euch!

Während BioWare selbst sich schon erste Gedanken um eine neue Trilogie im Mass Effect-Universum macht, wurde das australische Studio Straight Right damit beauftragt, den dritten Teil der bisherigen Trilogie für die Wii U zu konvertieren. Und ohne zu viel zu verraten, die Jungs haben alles in allem einen sehr soliden Job gemacht. Aber bevor wir ins Detail gehen, erst einmal eine kurze Zusammenfassung, worum es überhaupt geht und warum diese Reihe bisher so erfolgreich war.

Mass Effect erzählt eine recht bodenständig beginnende Geschichte, wie die Menschheit in etwas über 100 Jahren lernt den Masseneffekt zu beherrschen und damit interstellare Reisen möglich werden. Schnell kommt es zu ersten Kontakten mit anderen Lebensformen und bald schon wird die Menschheit ein Teil der Allianz, wenn auch nur als Juniorpartner. Denn die Menschen werden von vielen noch als primitiv, gewalttätig und kleingeistig betrachtet, nicht fähig Verantwortung im großen Rat der Zitadelle zu übernehmen, jener Instanz, die quasi die völkerübergreifende Regierung darstellt. Das ändert sich erst, als ein Sonderagent, ein sogenannter Spectre, das verräterische Treiben eines anderen Spectre aufdeckt und eine Gefahr für alle Lebewesen der Galaxie enthüllt. Dieser Spectre namens Shepard ist zugleich ein Mensch, der erste der diesen Rang erhält, und eben auch der Protagonist der Reihe. Gegen alle Vorbehalte und natürlich auch gegen einen starken Widersacher schafft Shepard es, zusammen mit seiner von ihm zusammengestellten Crew, die Gefahr abzuwenden.

Mass Effect 3: Special Edition (Wii U)

Ohne zu viele Details zu verraten, Mass Effect hebt sich wohltuend vom permanenten Größenwahn anderer Titel ab. Es fängt alles klein an und wächst im plausiblen Maße immer weiter an, ohne dass dabei der Realitätsbezug auf der Strecke bleibt (sofern das für Science-Fiction eben möglich ist). Die Stärke in der Erzählung liegt dabei in den vielen wichtigen Nebenschauplätzen, die sowohl die eigentliche Spielhandlung vorantreiben, aber auch den Hintergrund immer stärker beleuchten. Shepard ist zwar der Held der Reihe, aber auch er fängt nur als kleines Rad im Getriebe an. Der vorliegende Teil bildet nun den Abschluss der Saga und dementsprechend geht es nun um alles. Kein Wunder dass man für Teile des Soundtracks den Eposmeister Hans Zimmer himself engagiert hat, um dem bisherigen Komponisten Clint Mansell etwas zur Hand zu gehen. Also doch alles episch? Jetzt ja, aber die ersten beiden Teile haben eine solide Grundlage gelegt und obwohl nun das Schicksal aller Lebewesen der Galaxis und allen voran natürlich der Menschen auf dem Spiel steht, bleibt Luft zum Menscheln.

Einen ausführlicheren Überblick über die Handlung verrät der gut gemachte Comic im Spiel, welcher nicht nur die Geschehnisse der Vorgänger zusammenfasst, sondern dem Spieler an wichtigen Punkten auch die Wahl lässt, wie sich seine Figur entscheidet. Diese Entscheidungen haben klare Auswirkungen auf die Spielhandlung selbst. Diese Masche wird im Spiel selbst weiter durchgezogen. Immer wieder muss man in der Rolle Shepards entscheiden. Für oder gegen die Einwände der Crew? Nimmt man Rücksicht, oder fährt man harte Linie? Die Dialoge sind dabei wie gewohnt gut geschrieben und auch die deutschen Sprecher machen eine hervorragende Arbeit. Dem ein oder anderen mag es vielleicht am letzten Grad Kernigkeit der Sprachausgabe fehlen, aber das ist wirklich Jammern auf hohem Niveau. Etwas auffälliger ist da schon, dass das bekannte Gesprächsgerüst und der Ablauf selbiger sich seit dem zweiten Teil nicht geändert haben. Einerseits ist das gut, immerhin funktioniert es, aber es wäre dennoch begrüßenswert, wenn die Entwickler das nächste mal versuchen, einige Ablaufmechanismen ein wenig besser zu kaschieren. So geht man auch jetzt mit jedem neuen Begleiter erst mal alle Gesprächsthemen durch, ziemlich unabhängig davon, in was für einer Lage man gerade war oder sogar noch ist.

Mass Effect 3: Special Edition (Wii U)

Nichts zu meckern gibt es an den Kämpfen. Shepard und seine zwei wählbaren Begleiter schlagen sich elegant und clever. Die KI sowohl der Gefährten als auch der Gegner ist durchweg solide und kann darüber hinaus gerade in verschachtelten Anlagen die Deckung oft sehr gut ausnutzen. Wenn man seine Begleiter nicht gut unter Kontrolle hat und ihnen keine exakte Anweisungen gibt, kann man schnell ausmanövriert werden. Gekämpft wird stilecht mit diversen High-Tech-Wummen oder biotischen Gaben, also die Science-Fiction-Variante für Magie in leichter Form. Lobenswert ist die flüssige Umsetzung des Nahkampfs, die es ermöglicht einen Kampf aus der Ferne zu beginnen und im entscheidenden Moment loszustürmen, um den Kontrahenten problemlos Mann zu Alien den Rest zu geben. Während die Befehle im Kampf normalerweise über die Schultertasten gesteuert werden, bietet die Wii U-Version auch die Möglichkeit hier über den Touchscreen angepasste Befehle per Fingerzeig zu erteilen. Das ist anfangs gewöhnungsbedürftig, erweist sich dann aber als solide Alternative zur althergebrachten Variante. Ansonsten ist der Touchscreen als Karte zu gebrauchen. Nicht sehr innovativ, aber solide. Immerhin kann man den Titel auf Wunsch auch mit dem Wii U Pro Controller spielen.

Und was steckt unter der Haube? Grafisch gehört MassEffect 3: Special Edition zum Schönsten, was man auf der Wii U derzeit zu sehen kriegt. Wunderbare Lichteffekte, eine tolle Weitsicht und eine ausgesprochen detailierte Umgebung, die erst bei großen Distanzen weiter entfernte Objekte reduzierter darstellt. Mängel haben wir nur wenige bemerkt. So passierte es in Dialogszenen ab und an, dass sich eine Figur im Sekundenbruchteil um 180° drehte und einmal hat sich das Spiel auch eine sehr lange Pause genommen, ohne aber wirklich abzustürzen. Der Fehler liegt vermutlich am Spiel selbst. Es ist daher fraglich ob er in nächster Zeit behoben wird. Einbrüche bei den Frameraten oder Ruckler im Kampf konnten wir bei unserer Version keine feststellen.

Ebenso solide kommen die musikalische Untermalung von Clint Mansell sowie die Soundkulisse daher. Die teils ins sphärische gehenden Klänge in den ruhigen Passagen haben fast Alien-Qualität, wenn auch ohne den Grusel-Faktor, während man in den epochalen Momenten beste Hollywood-Untermalung hat. Clint Mansell mag zwar kein so großer Name sein wie Zimmer, aber was er hier abgeliefert hat, hat definitiv das Zeug zu einem Klassiker der Spielegeschichte. Schade nur, dass das Gamepad akustisch kaum eingebunden wurde. Natürlich hat man so auch einen klareren Klang, aber zumindest für einige Funksprüche hätte man die Lautsprecher im Gamepad nutzen können. Hier stand wohl die Kompatibilität mit dem ProController im Vordergrund.

Mass Effect 3: Special Edition (Wii U)

Nicht zuletzt bietet die WiiU-Version gegenüber den anderen Plattformen den Vorteil, dass mehrere sonst teils kostenpflichtige Zusatzinhalte gleich inbegriffen sind. Sowohl der damals viel umstrittene DayOne-DLC „From Ashes“ als auch die Mehrspieler Add-Ons „Rebellion“, „Resurgence“ und „Earth“ sind enthalten. Damit fehlen zwar die DLC's „Leviathan“ und „Omega“, aber man hat zumindest einen Mehrwert gegenüber der normalen Version.

Dank der enthaltenen DLCs steht der Multiplayermodus den anderen Plattformen in keinster Weise nach. Anders als bei vergleichbaren Spielen, die den Fokus mehr auf kurzfristige Action legen, glänzt der Multiplayermodus mit einer großen Langzeitmotivation. Das schlichte Klassensystem wird durch die aus der Kampagne bekannten Kräfte ergänzt und bringt einfach, aber effektiv eine nicht zu vernachlässigende taktische Komponente mit ins Spiel. Das GamePad der Wii U bringt euch hier keine nennenswerten Vorteile, allerdings gibt es auch keine technischen Mängel bei der Umsetzung. Damit ist Mass Effect 3: Special Edition zwar nicht DER Multiplayer-Titel, aber dennoch ein ganz großer Geheimtipp, gerade jetzt zum Launch der Konsole, wo nennenswerte Konkurrenz noch fehlt.

Fazit:

Mass Effect 3: Special Edition ist genau das was man erwartet. Ein Spiel mit einer epischen Handlung, packender Dramaturgie, sehr gut geschriebenen Figuren, einem nahezu perfekten Gameplay und einer super Grafik. Für einen Launchtitel gibt es angenehm wenige Fehler, die zudem nicht immer reproduzierbar waren. Man darf also sogar vage auf eine Besserung durch Patches hoffen. Nicht nur erzählerisch wird sich die Konkurrenz lange an diesem Titel messen lassen müssen. Dementsprechend gehört der Titel für alle, die ihn noch nicht haben und nur ansatzweise am Thema interessiert sind, auf den Wunschzettel! Kritisch anmerken muss man leider nur, dass fast zeitglich für die anderen Systeme eine Trilogy-Box erschienen ist, zu einem vergleichbaren Preis wie die hier vorliegende Wii U-Version. Wer also eine andere Plattform hat, sollte in Ruhe überlegen was für ihn die bessere Wahl ist.

Bewertung

8.5Gesamt
8.0Mehrspieler
Sehr gut
„Ein Epos, das Maßstäbe gesetzt hat und mit einer fast makellosen Portierung glänzt.“

Bildergalerie

Tags: Wii U,Mass Effect 3: Special Edition,EA,Bioware,Straight Right,Test,Review

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Kommentare

Qju am 19.12.2012, 16:48 Uhr

Freue mich auch ab Weihnachten mit ME3 anfangen zu dürfen. Habe dann ausreichend Zeit. :-D

Suschi am 24.12.2012, 12:01 Uhr

Freue mich - als Mass Effect Fan - natürlich sehr darüber. Habe die Teile alle auf der Xbox gespielt,
deswegen werd ich den hier wohl nicht kaufen ...

Ich verstehe dann wiederum nicht, warum man nicht das einzelne Spiel weggelassen hat und dann auch
die Trilogy für die WiiU rausgebracht hat. Das Spielerlebnis ist dadurch einfach so massiv eingeschränkt ...

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