Exklusive Spiele zum Launch einer neuen Konsole sind meistens eine tolle Sache. Aber dann gibt es da noch Titel wie Tank! Tank! Tank! Wir haben uns für euch in die virtuelle Schlacht gestürzt und verraten in unserem Test zu Tank! Tank! Tank!, was der Titel wirklich taugt.
Die Umsetzung des Arcade-Automaten Tank! Tank! Tank! gehörte zu den ersten Spielen, die für Nintendos neue Konsole Wii U angekündigt wurden. Schnell wurde klar, dass das Spiel bereits zum Launch erscheinen und etwas skurrile Action in das Line Up der Konsole bringen sollte. Das zeigte sich auch in den letzten Trailern zum Spiel, in denen Namco Bandai zwei maskierte Clowns in Latexanzügen, die sogenannten Tank! Tank! Tank! Boys aufmarschieren ließ, um die einzelnen Features des Spiels vorzustellen. Das klingt abgefahren? Ist es auch. Und genauso abgefahren ist es, wenn ihr euch in einem kleinen Panzer durch Horden von Blech-Insekten ballern müsst. Immer und immer wieder. Oder wenn ihr für so ein Spiel euer hart verdientes Geld ausgebt. Aber immer der Reihe nach.

Das Grundprinzip von Tank! Tank! Tank! ist recht simpel. Ihr schlüpft in die Rolle eines Panzerfahrers und tretet an der Seite eures wahlweise von einem Kumpel oder der CPU gesteuerten Partners in verschiedenen Missionen an, um dort allerlei Mech-Untiere zu besiegen. Das Repertoire eurer Gegner reicht dabei von Spinnen und Heuschrecken über Affen bis hin zu Drachen und dem legendären Phönix. Aufgebaut sind die Missionen nach zwei recht einfachen Prinzipien: Mal müsst ihr im Zeitlimit eine vorgegebene Anzahl an Gegnern besiegen, mal einen etwas größer geratenen Boss in seine Einzelteile zerlegen. Euch stehen dabei verschiedene Panzer zur Verfügung, die allesamt ihre spezifische Bewaffnung haben. Diese werden durch den Beschuss eurer Feinde willkürlich im Level als Items verstreut und müssen aufgesammelt werden. Je nachdem wie erfolgreich ihr die einzelnen Missionen abschließt, verdient ihr euch Erfahrugspunkte, mit denen sich eure Geschwindigkeit, die Hitpoints eures Gefährts oder die Durchschlagkraft eurer Waffen verbessern. Zudem dürft ihr mit im Spiel verdienten Medaillen weitere Panzer freischalten.
Klingt soweit ganz gut? Richtig. Ist es aber nicht. Tank! Tank! Tank! ist derart simpel, dass man sich ernsthaft fragt, warum das Spiel so schlecht umgesetzt werden konnte. Dabei ist es nicht nur die Technik aus der Steinzeit, die euch die Tränen in die Augen treibt. Selbst auf Segas Dreamcast waren grelle Farben und texturarme Flächen schon schöner zu sehen gewesen. Die aus dem Boden poppenden Feinde, die selbst in den kleinen Arealen ruckelnde Engine und die karg eingerichteten Locations tragen alle ihren Teil dazu bei, dass man sich einfach noch einmal die Hülle zur Hand nehmen und prüfen muss, ob man es hier wirklich mit einem Titel auf einer aktuellen HD-Konsole zu tun hat. Der japanisch-trashige Artstyle und der dudelnde Sound hätten sogar noch zum irren Spielprinzip gepasst und auch die komplette deutsche Synchronisation soll erwähnt werden. Allerdings wiederholen sich die einzelnen Kommentare hier so oft, dass sie euch schnell auf den Zeiger gehen werden.
Nicht nur die technische Seite, auch das Gameplay wurde bei Tank! Tank! Tank! leider ziemlich verhunzt. Was in der Spielhalle für wenige Minuten noch funktionieren mag, wird auf dem heimischen Bildschirm recht schnell langweilig. Das liegt nicht nur an der simplen Steuerung, die außer lenken und feuern nichts weiter kennt. Selbst das Zielen mit dem Fadenkreuz übernimmt die CPU für euch, sobald ihr einen Feind im Blickfeld habt. Auch einige Designentscheidungen der Entwickler sind einfach fragwürdig. So könnt ihr im Storymodus nicht einfach Mission um Mission spielen, sondern müsst teils dieselben Missionen mit anderen Panzern spielen und euch so weitere Medaillen sichern, damit ihr im Spiel voranschreiten könnt.

Wer sich nicht alleine durch das Spiel quälen will, darf das wahlweise auch mit einem Freund. Oder ihr sucht euch gleich mehrere Kumpels, denen ihr schon immer mal einen richtig miesen Abend bescheren wolltet und ladet sie zu einer Runde im Mehrspieler-Modus von Tank! Tank! Tank! ein. Türe abschließen bitte nicht vergessen! Mit euren Kumpel vor der Konsole dürft ihr im Monsterkampf gegen die Untiere oder aber im Teamkampf sowie im Modus Jeder gegen jeden eurer Ballerwut freien Lauf lassen. Großartig. Für ein wenig Abwechslung sorgt zumindest der Spielmodus Der Kong bin ich, denn hier schlüpft der Spieler mit dem GamePad in die Rolle eines Blech-Gorillas und malträtiert die Panzerfahrer mit den Fäusten, die ihrerseits auf dem TV-Bildschirm den überdimensionalen Affen zu Fall bringen müssen.
Ihr fragt, ob es spezielle Wii U-Features für Tank! Tank! Tank! gibt? Na klar! Ihr wählt anfangs aus rund zwei Dutzend Rahmen ein Objekt aus, in das mittels der Kamera euer Gesicht fotografiert wird und das im Spiel über eurem Panzer schwebt. Und ihr könnt das gesamte Spielgeschehen im Storymodus auf Wunsch auf das GamePad verlagern. Das ist leider viel verschenktes Potenzial und zeigt, dass man außer der Idee mit den eigenen Fotos für den Avatar nicht viel aus den Möglichkeiten des GamePads gemacht hat.
Tank! Tank! Tank! ist einer der Launch-Titel, an die man sich bald schon nicht mehr erinnern wird. Und wenn, dann wird die exklusive Entwicklung höchstens als abschreckendes Beispiel dienen. Wer auf skurrile Geschichten, eintönige Spielprinzipien mit Designfehlern und eine Grafik aus der Steinzeit steht, darf mit genug gleichgesinnen Freunden an der Hand ein Auge riskieren. Alle anderen, die einen entsprechenden Gegenwert in Form von Spielspaß für ihr Geld wollen, lassen von Tank! Tank! Tank! allerdings selbst zum Budgetpreis lieber die Finger.
Schwach
„Tank! Tank! Tank! kämpft mit technischen Schwächen und spielerischer Langeweile. Gääähn.“
Alexander Geisler
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| Datum: | 16.01.2013, 14:30 Uhr |
| Autor: | Markus Schnittka |
| Themen: | Wii U |