Mit RUSH hat das holländische Entwicklerstudio TwoTribes bereits einen dritten eShop Titel auf der Wii U veröffentlicht. Ob der Rätselspaß RUSH eine ähnlich hohe Qualität wie Toki Tori 2+ und EDGE erreicht, erfahrt ihr in unserem Test!
RUSH gehört zu jenen Spielen, die bedingt ihres einfachen Spielprinzips und ihrer simpel gehaltenen Optik geradezu für eine reine Download-Veröffentlichung geeignet sind. Doch was ist eure Aufgabe in diesem Rätselspiel? Ziel ist es, unterschiedlich farbige Würfel sicher an ihr farblich entsprechendes Ziel zu leiten. Was im ersten Moment äußert einfach klingt, wird jedoch schon schnell recht knifflig.
Einfaches Spielprinzip, einfaches Spiel?
Nachdem ihr RUSH im Wii U-Menü gestartet habt, erscheint auf eurem TV der Hinweis, dass sich RUSH auf dem Gamepad befindet. Der komplette Titel spielt sich auf dem Gamepad ab, der TV wird nicht gebraucht und kann eigentlich ausgeschaltet werden. Zwar werden auf dem TV-Bildschirm die Level angezeigt, gesteuert und gespielt wird trotzdem nur auf dem Gamepad.
Zu Beginn müsst ihr sechs Trainingslevel absolvieren. Diese Level sind einem Tutorial gleichzusetzen. In jedem Level wird eines der grundlegenden Spielprinzipe erklärt und eingeführt. Die bunten Würfel bewegen sich grundsätzlich nur in eine Richtung. Mit der Hilfe verschiedener Plattformen müsst ihr dafür sorgen, dass die Würfel in ihr farblich passendes Ziel gelangen.
Die einfachste Plattformen sind die Richtungspfeile. Platziert ihr einen Richtungspfeil auf der Laufbahn eines Würfels, wechselt er bei Berührung des Richtungspfeils die Laufbahn. Mit den Förderbändern könnt ihr zwar nicht die Richtung eines Würfels ändern. Ihr verschiebt den Würfel jedoch in seiner Laufbahn um jeweils ein Feld. Es wird nicht lange dauern bis mehrere Würfelfarben (es können bis zu vier Würfelfarben sein) in einem Level vertreten sind. Hier kann es vorkommen, dass sich die Würfel kreuzen und eventuell kollidieren. Das muss natürlich verhindert werden, wofür euch das Stop-Feld zur Verfügung steht. Das Stop-Feld bewirkt, dass ein Würfel für einen kurzen Augenblick stoppt und somit ein andersfarbiger Würfel ungestört den Weg kreuz kann.

Doch es kann auch vorkommen, dass zwei Würfel dieselbe Laufbahn passieren, die jeweiligen Farbtore aber an unterschiedlichen Levelenden auf die Würfel warten. Hier kommt das Teilungsfeld ins Spiel, welches abwechselnd beispielsweise einen roten Würfel nach rechts und den folgenden blauen Würfel nach links schickt. Der dann dritte rote Würfel wird wieder nach rechts befördert. Selbstverständlich gibt es auch Hindernisse auf den Laufbahnen. Stößt ein Würfel zum Beispiel gegen eine Wand, so wendet sich der Würfel immer nach rechts ab.
Eine letzte Plattform ist das Warpfeld. Dieses sorgt dafür, dass die Würfel bei Erreichen des Feldes an eine andere Stelle im Level gewarpt werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Warpfelder farblich kodiert sind. Diese Plattform könnt ihr nicht frei platzieren, sie sind fest im Level integriert. Im übrigen ist das Repertoire an verfügbaren Plattformen in jedem Level vorgegeben. Ihr müsst also mit den zur Verfügung stehenden Plattformen das Rätsel lösen.

Die Rätsel nehmen in ihrem Schwierigkeitsgrad kontinuierlich zu. Insgesamt stehen drei Schwierigkeitsgrade zur Verfügung: Leicht, Mittel und Schwer. Zu jedem Schwierigkeitsgrad gibt es mehrere Level, die absolviert werden wollen. Vor allem in den späteren Leveln wird das einfache Spielprinzip sehr komplex. Achtet daher immer auf die anfängliche Laufrichtung der Würfel, die Umgebung und die zur Verfügung stehenden Plattformen. Außerdem gibt es noch eine Hand voll Bonuslevel, welche sich von den anderen Leveln allerdings nicht sonderlich abheben. Nicht unerwähnt bleiben sollen fünf Sonderlevel, welche auf eine andere Spielereihe Bezug nehmen. Wie ihr diese Level freispielt und um welche Spielereihe es sich handelt, verraten wir euch an dieser Stelle nicht.
Fehlende Langzeitmotivation
Doch nicht alles ist tadellos. RUSH hat eine eingebaute Hinweis-Funktion, welche euch auf zwei Stufen zur Seite steht. In der ersten Stufe wird angezeigt, wo Plattformen im Spielfeld platziert werden müssen. In der zweiten Stufe wird euch noch verraten, ob die von euch gewählte Plattform auch die richtige ist. Im Grunde ist an dieser Funktion nichts auszusetzen, vor allem wenn man wirklich mal auf dem Schlauch steht. Was aber problematisch ist, dass die Nutzung der Funktion folgenlos bleibt. Von Anfang an könnt ihr die Funktion so oft wie ihr wollt nutzen. Der Endwertung tut dies nichts.
Generell habt ihr unendlich viele Versuche und es ist egal, wie oft ein Würfel abstürzt oder wie oft Würfel kollidieren. Am Ende erhaltet ihr nur eine Einwort-Bewertung wie beispielsweise „Großartig“ oder „Fantastisch“. Auf die benötigte Zeit wird nicht eingegangen und eine konkrete Wertung mit Rängen gibt es nicht. Auch Ranglisten werdet ihr vergeblich suchen - egal ob lokaler oder globaler Art. Hier kränkelt RUSH obwohl es gar nicht notwendig gewesen wäre. Fakt ist aber, dass es quasi keinen Grund gibt, einen Level noch ein zweites Mal zu spielen.
Astreines Farbspektakel
An der Technik von RUSH ist hingegen nichts auszusetzen. Die Steuerung ist simple und selbsterklärend: Mit dem Touchpen platziert ihr die Plattformen auf dem Touchscreen. Mit den Analogsticks bewegt ihr die Kamera frei im 360°-Raum, mit den ZR- und ZL-Tasten zoomt ihr näher an das Geschehen heran.
Der Sound ist modern und einfach gehalten. Die Musik stört keinen Augenblick, richtige Ohrwürmer bleiben aber aus. Selber gilt für die Soundeffekte, welche alle keine Bäume ausreißen aber vollkommen zweckmäßig sind.
Die an sich sehr sterilen Level sind grafisch astrein. Es gibt kein Aliasing, keine Framerateeinbrüche oder sonstige technische Mängel - egal wie viel auf dem Bildschirm los ist. Nicht selten kommt es vor, dass die sterilen Level sich beim Abspielen der Würfel plötzlich als in ein buntes Farbspektakel tauchen. Es ist spaßig den bunten Würfeln bei ihrem Treiben zuzuschauen und mit anzusehen, wie sich die weißen Flächen teilweise in Regenbögen verwandeln.

Mit RUSH ist TwoTribes in der Regel ein grundsolider Titel gelungen, welcher aber gerade dort Schwächen aufweist, wo Rätselspiele keine haben sollten. Das fehlende Wertungssystem und die fehlenden Ranglisten sorgen dafür, dass es keinen Wiederspielwert gibt. Höchstens das teilweise echt clevere bunte Treiben der Würfel kann dazu bewegen, dass man ein Level unbedingt noch einmal spielen möchte. Das ist aber eher selten der Fall. Letztlich ist RUSH aber für gerade mal 3,99 € im eShop erhältlich. Bei diesem Preis machen Rätselfans nichts falsch und können über den fehlenden Wiederspielwert hinwegsehen.
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Download-Codes zu RUSH!
Gelungen
„RUSH ist ein grundsolider Titel, welcher euch kreativen Knobelspaß ohne Wiederspielwert beschert.“
Sebastian Müller
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| Datum: | 18.01.2014, 15:20 Uhr |
| Autor: | Sebastian Müller |
| Themen: | Wii U |