Test: Resident Evil: Revelations (Wii U)


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Bereits auf dem Nintendo 3DS hat Capcom im letzten Jahr in Resident Evil: Revelations untote Mutationen auf der Jagd nach frischem Blut ins Rennen geschickt. Nach dem Erfolg des Handheld-Ablegers hat es diesen auch auf die HD-Konsolen verfrachtet. Wir verraten euch in unserem Test zu Resident Evil: Revelations für die Nintendo Wii U, wie hoch der Gruselfaktor des Spiels in HD-Auflösung wirklich ist.

Spätestens beim 6. Teil der Resident Evil-Serie schieden sich die Geister: Während einige Fans die hoch geschraubte Action begrüßten, waren vor allem langjährige Fans der Serie schockiert darüber, dass die Survival-Elemente nahezu keinen Platz mehr in dem Spiel fanden. Nachdem der Multiplayer-Shooter Resident Evil: Operation Racoon City dann noch einen Schritt weiter in Richtung Action machte, folgte auf dem Nintendo 3DS mit Resident Evil: Revelations eine Überraschung. Capcom spendierte dem Handheld nicht nur einen exklusiv für den 3DS entwickelten Teil der Serie, sondern schuf auch die für viele perfekte Balance zwischen den Wurzeln der Serie und neuen Elementen, die es im Laufe der Zeit ins Spiel geschafft hatten. Damit noch mehr Spieler in den Genuss des Titels kommen, entschied sich Capcom für eine Portierung des Spiels auf die HD-Konsolen, was den Horror unter anderem auch auf die Nintendo Wii U bringt.

Leinen los, volle Fahrt... in den Horror!

Resident Evil: Revelations ist dabei noch immer ein hochklassives Survival Horror-Spiel, welches in einigen Momenten sogar die stimmungsvolle Atmosphäre der ersten Teile wieder aufleben lässt. Ihr seid anfangs in der Haut von Jill Valentine unterwegs, die auf einem verlassenen Schiff zusammen mit ihrem Kollegen Parker Luciani nach ihrem verschollenen Partnern sucht. Dabei handelt es sich natürlich um Chris Redfield, der an der Seite von Jessica Sherawat nach Hinweisen über die Reinkarnation der Terror-Organisation Veltro suchte. Nachdem das Signal allerdings abbricht, begibt sich Jill auf die Suche und landet überraschend auf einem verlassenen Kreuzfahrtschiff, der Queen Zenobia. Ein Sturm tobt auf hoher See, die Wellen peitschen gegen die Reling und der Regen peitscht gegen die Kamera. Im Inneren des Schiffs knarrt und quietscht es an allen Ecken und Enden, das Licht flackert hin und wieder dank der maroden Elektronik. Da, in einem Lüftungsschacht bewegt sich etwas! War das hinter der Ecke ein Schatten oder lauert dort eine missgebildete Mutation? Und woher kommt das Blut dort am Boden?

Resident Evil: Revelations

Resident Evil: Revelations bietet viele gute Ansätze zum Grusel, die es in der Serie bereits seit dem vierten Teil kaum noch gegeben hat. Doch Revelations ist dabei kein kompletter Kniefall vor den ersten Teilen der Saga, sondern bindet geschickt neue Elemente wie die aufrüstbaren Waffen mit ins Spielgeschehen ein. Man merkt dem Spiel zudem die Herkunft vom Handheld an. So ist Resident Evil: Revelations in mehrere Episoden aufgeteilt. Mit den Episoden wechselt ihr dabei nicht nur die Lokalität, sondern auch die Protagonisten. Diese unterschiedlichen Einblicke in die Geschichte des Spiels geben euch in der Regel weitere Hintergrundinfos über das Geschehen und lassen die anfangs etwas verworrene Story bald klarer erscheinen. Zudem sorgt der Wechsel aus Action und Survival Horror für Abwechslung. Zwischen den Episoden werdet ihr mit Videosequenzen unterhalten, die euch ebenfalls weitere Hintergründe über die Ereignisse vermittelnt. Das gesamte Spiel erhält dadurch einen episodenhaften Charakter, was vor allem für das Aufgreifen der Story nach einer Unterbrechung mit dem Handheld unterwegs sinnvoll ist. Doch auch auf der Konsole erhält der Titel so einen frischen Touch, der der Serie gut zu Gesicht steht.

Die Wii U-Verison wartet dabei mit einigen exklusiven Features auf, die man den Versionen auf den anderen Konsolen voraus hat. Da wäre zum einen der Touchscreen des GamePads, der individuell genutzt werden kann. Entweder ihr lasst euch dort die Übersichtskarte anzeigen und haltet so euren TV-Bildschirm möglichst frei. Alternativ dazu dürft ihr aber auch dasselbe Geschehen wie auf dem TV anzeigen oder das komplette Spiel direkt aufs GamePad verlagern. Der Vorteil des Touchscreens ist, dass auch die Touchscreen-Spielereien des Nintendo 3DS beibehalten werden konnten. Die Steuerung mit dem GamePad der Wii U geht generell leicht von der Hand. Wer mag, kann aber auch einen Wii U Pro Controller als Eingabegerät verwenden.

The war ain't over

Wer das Dutzend Episoden der Kampagne absolviert hat, braucht deswegen das Spiel aber noch lange nicht in die Ecke legen. Capcom hat sich den Raubzug-Modus einfallen lassen, der euch mit seinem Action orientierten Gameplay stets zu neuen Höchstleistungen anspornt. Auf abgesteckten Arealen bekannter Locations gilt es nämlich in möglichst kurzer Zeit möglichst effektiv Feinde auszuschalten. Je besser ihr dabei abschneidet, desto mehr BP-Punkte könnt ihr sammeln. Für diese Punkte, die ihr auch während der Kampagen sammeln könnt, dürft ihr euch neue Waffen sowie Upgrades kaufen. Das Augenmerk wird bei der Bewertung eurer Leistungen nicht nur auf die Zielgenauigkeit gerichtet, sondern auch darauf, wie viel Schaden ihr selbst einstecken müsst. Im Raubzug-Modus habt ihr nicht nur die Auswahl aus verschiedenen Charakteren, von denen im Laufe des Spiels weitere Protagonisten freigeschaltet werden, sondern auch die Waffen dürfen von euch konfiguriert werden. Komplett neue Locations haben sich die Entwickler zwar leider nicht einfallen lassen, dennoch motiviert dieser Spielmodus ungemein. Besonders spaßig wird es, wenn ihr übers Internet mit Freunden oder anderen Spielern aus aller Welt kooperativ zum Raubzug antretet. Dieser Spielmodus ist also mehr als eine nur nette Beigabe.

Resident Evil: Revelations

Komplett neu ist auch die Verbindung zum Resident Evil NET. Besitzer des Spiels dürfen hier ihre Kopie mit einem Code registrieren, den euch das Spiel ausspuckt. Daraufhin könnt ihr im Spiel erreichte Erfolge auf die Webseite hochladen lassen und mit Spielern aus aller Welt vergleichen. Eure erreichten BP-Punkte könnt ihr auch hier gegen Prämien wie Hintergrundbilder tauschen. Zudem sind für die Zukunft spezielle Events geplant, zu denen ihr über das Resident Evil NET eingeladen werdet. Eher als Gimmick ist dagegen die Einbindung des Miiverse anzusehen. Müsst ihr an einer Stelle im Spiel das Leben lassen, werden euch sogenannte Todesnachrichten anderer Spieler gezeigt. Ihr selbst dürft ebenfalls solch eine Nachricht verfassen. Nachrichten über Monster dagegen tauchen über deren Köpfen im Spiel auf, was durchaus recht witzig sein kann.

Aus technischer Sicht merkt man dem Titel seine Herkunft an. Capcom hat zwar die Charaktermodelle überarbeitet und neue, hoch auflösende Texturen spendiert, der Rest des Games wurde allerdings nur hoch skaliert und nicht komplett neu gestaltet. Das hat zur Folge, dass es gerade an Wänden immer wieder verwaschene und grob pixelige Texturen gibt, die nicht wirklich schön aussehen. Auch bei den Effekten wäre auf der Konsole deutlich mehr möglich gewesen als auf dem Nintendo 3DS. Die Chance, hier mit tollen Effekten zu punkten und das Spiel optisch deutlich vom Original abzuheben, hat Capcom leider verpasst. Wirkte Resident Evil: Revelation auf dem Bildschirm des 3DS knackig und scharf, geht gerade aufgrund der groben Hintergrundtexturen auf der Wii U hier ein wenig Atmosphäre flöten. Ganz großes Lob verdient allerdings der Sound, der bereits auf dem Nintendo 3DS ein Ohrenschmaus war. Die komplett deutsche Synchronisation, die stimmungsvollen Soundeffekte und die passende musikalische Untermalung sind einfach absolut gelungen. Gerade der starke Soundtrack klingt dabei über eine 5.1-Anlage wesentlich satter und kräftiger als aus den kleinen Lautpsrechern des Nintendo 3DS.

Fazit

Resident Evil: Revelations war auf dem Nintendo 3DS eines der besten Handheld-Spiele der letzten Jahre. Auf der Nintendo Wii U merkt man dem Titel zwar seine technische Herkunft an, da Capcom die Portierung durchaus hätte noch etwas aufpolieren können. Doch gerade für Fans des Survival Horrors, die das Original auf dem 3DS noch nicht gespielt haben, bietet Resident Evil: Revelations auf der Wii U eine gelungene Spielerfahrung mit einer Menge Extras. Im Vergleich mit den anderen Konsolen-Fassungen punktet die Wii U-Version zudem durch weitere Boni und die Touchscreen-Features des GamePads, so dass die Wii U-Fassung im Falle von Resident Evil: Revelations klar die Nase vorn hat.

Bewertung

8.0
Gesamt
7.5
Mehrspieler

Sehr gut


Kurzfazit

„Horror auf hoher See mit viel Umfang und technisch nicht genutzten Möglichkeiten.“

Markus Schnittka

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