Test: Rabbids Land (Wii U)


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BWAAAAAH – die verrückten Hasen sind wieder da! Ubisoft schickt die weißen Karnickel in Rabbids Land in einem abgedrehten Partyspiel auf die Nintendo Wii U. Wir haben uns den Wahnsinn gegeben und die Rabbids einem gnadenlose Test unterzogen. Aber lest selbst.

Mit Rayman Raving Rabbids erschuf Ubisoft auf der Nintendo Wii eine komplett neue Spielreihe. Die durchgeknallten Hasen sorgten dabei für jede Menge Unterhaltung in abgefahrenen Minispielen, die auf die speziellen Steuerungsmöglichkeiten der Wiimote setzten. Ein ähnliches Ansinnen verfolgt der französische Publisher nun offenbar auch mit Rabbids Land, welches zum Launch der Wii U in den Regalen steht. Damit diesmal die Minispiele nicht ohne Zusammenhang aneinander gereiht werden, gibt es einen ganz groben Handlungsfaden. Die Hasen haben einen Freizeitpark übernommen und halten dort eine Art Brettspiel ab. Dies erinnert entfernt an den Klassenprimus Mario Party, was sicherlich kein Zufall ist.

Zu Beginn des Spiels erstellt ihr euch - sofern gewünscht - erst einmal ein Profil und entscheidet, ob ihr Ubisofts Service Uplay auf der Wii U verwenden wollt. Im Hauptspiel selbst angekommen, wird die Farbe eures Rabbids festgelegt und mit wie vielen Münzen (10 oder 20) ein Rabbid als Sieger vom Platz geht. Dann kann es auch schon losgehen, nachdem der Computer noch selbst eine Spielreihenfolge der Teilnehmer festlegt. Wenn ihr hier nicht alleine spielen wollt, könnt ihr auch noch drei weitere Freunde mit vor die Konsole holen. Ansonsten übernimmt die KI die anderen drei Hasen, die mit euch um den Sieg ringen. Reihum wird gewürfelt und die entsprechende Anzahl an Feldern gezogen. Das Spielfeld besteht dabei neben einem mittleren Startfeld aus zwei Ringen, die jeweils mit beweglichen Feldern miteinander verbunden sind. Teils könnt ihr so von einem zum anderen Ring wechseln, wobei die Laufrichtung im Uhrzeigersinn stets vorgegeben ist. Auf den einzelnen Feldern absolviert ihr Minispiele, bekommt Boni geschenkt, beantwortet für Trophäen Fragen in einem Quiz und dergleichen mehr.

Rabbids Land

Die Minispiele sind natürlich das Herzstück von Rabbids Land. Sie machen Gebrauch von den unterschiedlichsten Steuerungsmöglichkeiten des GamePads, so dass ihr mal auf dem Touchscreen zeichnen, mal ganz simpel mit dem Analogstick steuern, mal das GamePad wie eine Kamera halten oder mal per Neigung die Bewegungssensoren nutzt. Augenscheinlich wird somit Abwechslung geboten, auch wenn es nur selten überraschende Momente gibt. Punktabzug gibt es allerdings dafür, dass nicht jedes der knapp 20 Minispiele überzeugen kann. Die aus den Videos bereits bekannte Achterbahnfahrt After-Burner, bei der ihr auf einem Surfboard einen Achterbahnwagen verfolgt und die Hasen aus dem Wagen heraus Feuerbälle werfen, während ihr diesen mittels Bewegungssteuerung ausweicht, ist richtig gut gelungen. Hier gefällt vor allem die absolut präzise Steuerung, mit der ihr jeden Fehler stets bei euch suchen müsst. Zudem ist das Minispiel ein gutes Beispiel für das asynchrone Gameplay in Rabbids Land, bei dem jeder der beiden Spieler etwas anderes erlebt.

Dann gibt es aber auch Spiele wie Octotussi, wo ihr mit dem GamePad wie mit einer Kamera auf einen großen Oktopus zielt und vorbei huschende Pinguine mittels einem Puster ins Mikrofon auf das achtarmige Ungetüm befördern müsst. Die Steuerung von Voll-Kanu ist ebenfalls nicht so recht gelungen. Hier müsst ihr dafür sorgen, dass vor dem Start eines Karussells alle Insassen auch angeschnallt sind, indem ihr das Karussell per Fingerbewegung auf dem Touchscreen dreht und die Hasen antippt, bei denen der Gurt locker sitzt. Da hier der Touchscreen nicht immer so schnell reagiert wie ihr wollt, fliegt immer wieder einer der Hasen gegen die Scheibe, weil euch einfach die Zeit abläuft. Schade ist auch, dass alle Minispiele immer nur zu zweit gespielt werden, indem das GamePad und die Kombination aus Wiimote und Nunchuk verwendet werden. Spielt ihr also mit mehr als zwei Spielern, müssen die anderen euch bei euren Minigames tatenlos zusehen. Alleine müsst ihr euch die Minispiele der KI-Hasen zum Glück nicht ansehen. Diese Sequenzen werden automatisch übersprungen. Die Spielgeschwindigkeit ist somit recht angenehm, wobei alleine wohl kein Partyspiel so richtig Spaß macht. Dass es keine verschiedenen Spielbretter gibt, macht die Sache nicht besser.

Rabbids Land

Im Brettspiel einmal absolvierte Minispiele werden übrigens für die anderen Spielmodi freigeschaltet. Im freien Spiel dürft ihr euch die Minispiele nach Belieben aussuchen, während euch in der Schatzsuche noch eine besondere Herausforderung präsentiert wird. Hier verstecken sich bei jedem Minispiel noch einmal drei Münzen pro Spiel, die es zu erbeuten gilt. Teils stehen euch in diesem Spielmodus Minispiele wie After-Burner, Die Liebe der Piraten oder Gift-Lädchen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden zur Verfügung. Die eingesammelten Münzen schalten neue Videos und Musikstücke in den Extras frei. Wer sich für die Nutzung von Uplay entscheidet, kann in Rabbids Land noch ein weiteres Minispiel freischalten. Da der Schwierigkeitsgrad des Titels generell nicht sonderlich hoch angesiedelt ist, habt ihr allerdings recht schnell alles in Rabbids Land erreicht, was es zu erreichen gibt. Gerade für Einzelspieler hält sich der Wiederspielwert danach stark in Grenzen.

Technisch dagegen ist Ubisoft nicht viel vorzuwerfen. Rabbids Land sieht für ein Partyspiel erstaunlich gut aus und besticht durch den nach wie vor sehr eigenen Stil der Rabbids-Spiele. Die Hasen sind knuffig wie eh und je, überzeugen in ihren Videosequenzen und können mit der einen oder anderen irren Idee aufwarten. "Lecke an deinem Ellenbogen um exklusive Inhalten freizuschalten" ist nur einer der vielen Sprüche, die euch im Spiel begegnen werden. Auch die sehr klare, bunte und kontrastreiche Grafik weiß zu gefallen. Allerdings wiederholen sich die Animationen während des Brettspiels recht schnell. Hier wäre mehr Abwechslung schön gewesen. Wer möchte, kann Rabbids Land komplett auf dem GamePad spielen, so dass man den TV nicht zwingend benötigt.

Fazit:

Die Ansätze in Rabbids Land sind durchaus gelungen und wer ein Fan der Hasen ist, wird sicherlich auch mit Rabbids Land seinen Spaß haben können. Bedenkt man allerdings, dass man bereits zum Launch der Wii U mit Nintendo Land die spielerisch wesentlich innovativere Minispielsammlung als Konkurrenz hat, können Ubisofts Hasen hier keinen Stich machen. Dafür gibt es zu viele Mängel wie den geringen Umfang, die Inkonsequenz von lediglich zwei Spielern in den Minigames und einige nicht so gelungene Minispiele, was eine höhere Wertung verhindert. Mit mehr Feinschliff hätte Rabbids Land sicher ein toller Titel werden können. So können die verrückten Hasen allerdings nicht ganz überzeugen.

Bewertung

5.5
Gesamt
6.0
Mehrspieler

Geht so


Kurzfazit

„Die Party mit den Hasen macht leider nur bedingt Spaß. Schade.“

Alexander Geisler

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