Offene Enthüllungen zur Hardware der Wii U
In der aktuellen Ausgabe der Serie Iwata asks enthüllte Nintendos Firmenchef Satoru Iwata zusammen mit vier Ingenieuren viele Details zur Hardware der Wii U.
Gerade von Nintendo ist man es nicht gewohnt, dass der japanische Konzern Daten zur Hardware seiner einzelnen Geräte offen preis gibt. Bereits vor der ersten Präsentation der Wii U konnte nur darüber spekuliert werden, welche Komponenten genau in der Konsole verbaut sein würden. Auch nach der offiziellen Vorstellung der Wii U hielt Nintendo sich was die Hardwarespezifikationen des Wii-Nachfolgers betrifft eher bedeckt. Von daher überrascht Firmenchef Satoru Iwata nun in der aktuellen Ausgabe von „Iwata fragt“, indem er dort mit gleich vier Ingenieuren aus dem eigenen Haus über die Hardware von Nintendos neuester Konsole spricht. Wir haben für euch die interessantesten Aspekte aus dem Interview noch einmal zusammengefasst:
- Durch das Gamepad und dessen Touchscreen entstand das Gefühl, als würden die Techniker zur selben Zeit eine Konsole und einen Handheld entwickeln.
- High Definition war der Ausgangspunkt der Entwicklung, da die Verbreitung von HD-Fernsehern mittlerweile weltweit groß genug ist.
- Wichtig bei der Entwicklung der Hardware war, dass sie möglichst wenig Energie braucht und dafür möglichst effizient arbeitet. So konnte auch das Gehäuse weiter verkleinert werden, was eine gute Balance zwischen Leistung und der Größe der Konsole ergeben hat.
- Der Schlüssel dafür ist eine Mehrkern-CPU, bei der mehrere CPU-Kerne in einem einzigen Chip (LSI) untergebracht sind. Ein effektiverer Datenaustausch zwischen den Kernen ist dadurch möglich.
- Zusätzlich wurde zur weiteren Verbesserung der Leistung auf ein Multi Chip Modul (MCM) zurück gegriffen. Dies ist eine Komponente, die auch in Smartphones zum Einsatz kommt und CPU sowie GPU eng miteinander verbindet. Dadurch erreicht man mit weniger Energie eine höhere Leistung.
- Die Chips wurden in Kooperation mit Renesas, IBM und AMD entwickelt. Bei Fehlern war es deshalb immer erforderlich bei jedem der Partner nach der Ursache zu suchen. Gemeinsam entwickelte man so eine Strategie, um die Fehler effizient zu reduzieren.
- Durch die Verbindung der CPU mit der GPU existiert in der Konsole nur eine Hitzequelle. Somit ist nur noch ein Lüfter in der Konsole nötig.
- Die Hitzeentwicklung ist dennoch dreimal so groß wie bei der Wii, so dass lange an einem effizienten Lüftungssystem innerhalb des Gehäuses gearbeitet wurde. Im Endeffekt sollte der Lüfter auch nicht zu laut sein.
- Während ein Heat Sink (Passivkühler) die Wärme von den Prozessorn zieht, verhindert ein Heat Sink Shield darüber, dass elektrische Wellen auf die Hauptplatine gelangen.
- Beim Design der Konsole sollte darauf geachtet werden, dass sie selbst eher unauffällig wie ein Bühnenarbeiter wirkt, um optisch dem Gamepad nicht die Show zu stehlen.
- Seit April 2009 arbeitete Nintendo am Design der Konsole. Anfangs wurde über verschiedene Formen (u.a. auch würfelähnlich wie beim Gamecube) nachgedacht. Man entschied sich für die aktuelle Variante in einer horizontalen Version, obwohl man die Wii U mit einem Ständer auch vertikal aufstellen kann.
- Man verbrachte viel Zeit mit diversen Tests. Im Laufe des Entwicklungsprozesses nahm die Anzahl der Tests allerdings ab, da immermehr Feedback der einzelnen Hersteller einging.
- Obwohl das Design der Konsole der Wii ähnelt, gibt es einige Unterschiede. Der SYNC-Button ist nicht mehr unter einer Klappe versteckt, da viele Kunden mit dem Synchronisieren der Wiimotes Probleme gehabt hätten.
- Auch die USB-Anschlüsse, die bei der Wii an der Rückseite der Konsole angebracht waren, finden sich nun genauso an der Front wieder (zusätzlich zu zwei USB-Anschlüssen an der Rückseite), was das Anschließen von USB-Peripherie einfacher macht.
- Der Wii U wird ein HDMI-Kabel beiliegen, damit jeder Kunde sofort die HD-Erfahrung genießen kann. Das ist bei vielen anderen HD-fähigen Geräten nicht der Fall.
- Die Wii U soll nicht mit dem Fernseher im Wohnzimmer konkurrieren, sondern ihn ergänzen. Von daher legte man Wert auf den Touchscreen im Gamepad. So kann nicht nur weiterhin gespielt werden, wenn eine Sendung im TV gesehen wird, sondern man kann auch sofort über das Gamepad im Internet nach einer Antwort suchen, wenn sich beim Fernsehen eine Frage ergeben hat. Man will erreichen, dass dadurch die Kommunikation im Wohnzimmer gefördert wird.
Auch die folgenden Ausgabe von „Iwata fragt“ dürfte sehr interessant werden. Dann möchte Nintendos Firmenchef nämlich das Gamepad der Wii U genauer unter die Lupe nehmen. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden und verraten euch, wenn es die entsprechenden Neuigkeiten dazu gibt.
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