Rodney Greenblat über Nintendo und Originalität in Spielen


  • Rodney Greenblat über Nintendo und Originalität in Spielen

Rodney Greenblat, seines Zeichen Designer des Klassikers PaRappa the Rapper, äußerte sich kritisch über die mangelnde Kreativität bei den Konsumenten.

Rodney Greenblat ist nicht der bekanntest Designer der Branche. Aber PaRappa the Rapper für die PS1 und dessen Nachfolger für die PS2 haben bis heute einen guten Ruf und gelten als Pioniere der modernen Musikspiele. Im Interview mit den Kollegen von notenoughshaders.com plauderte Greenblat über seine letzte Arbeit, das eher mittelmäßig erfolgreiche Major Minor's Majestic March, und seine Sicht auf die Probleme und Möglichkeiten der Branche.

Interessant ist besonders seine Antwort auf die Frage, ob es einen Mangel an Kreativität unter den Spieleherrstellern gibt, gerade mit Blick auf die derzeitigen Neuerscheinungen und ihrem Fokus auf Gewalt als Spielspaßelement.

„Ich sehe keinen Mangel an Kreativität bei den Machern, aber es gibt einen Mangel an Kreativität bei den Konsumenten. Ich denke, die Entwickler würden gerne eine breitere Palette interessanter Spiele machen, aber diese sind schwierig zu verkaufen, also werden sie nicht gemacht. Es ist also ein wirtschaftliches Problem. Die eigentliche Frage ist doch, wie man Gaming einem größeren Publikum zugänglich machen kann. Nintendo arbeitet an dieser Frage 24/7. Bei Playstation und XBox hat man wenig Motivation dafür. Die Grenze bewegt sich derzeit bei Handys und Tablets, aber wieder einmal kommt es auf die Käufer an. Was sind die Menschen bereit für ein Spiel auf dem Handy oder Tablet zu bezahlen? Werden diese Preise genug Einkommen für die Produzenten und Entwickler einbringen? Ich hoffe es.“

Zuletzt kam er noch auf die Probleme bei seinem letzten Titel, das für die Wii erschienene Major Minor's Majestic March zu sprechen. Sein markantes Charakter-Design ist hierbei sicher dem einen oder anderen Spieler aufgefallen, auch wenn das Spiel ziemlich schwache Kritiken und entsprechende Verkäufe einfuhr. Obgleich er nicht bestreitet ein Fan von Nintendo zu sein, äußert er sich durchaus kritisch.

„Nein, ich war nicht glücklich mit MMMM. So ziemlich alles ging schief. Ich könnte ein Buch schreiben über die Entwicklungsfehler, die hart arbeitende und talentierte Menschen gemacht haben. Ja, ich bin ein Nintendo Fan. Nintendos Geschichte und Tradition von unterhaltsamen Spielen für Kinder, Familie und Party-Spiele ist fantastisch.“

Das klingt nach einem bodenständigen Mann, der sich dennoch seine Träume bewahrt hat. PaRappa wird wohl in Sonys kommendem PlayStation All-Stars Battle Royale ein kleines Revival erhalten. Abseits davon bleibt abzuwarten woran Greenblat als nächstes arbeiten wird. Sein Interesse wird aber vermutlich weiterhin bei den Musik- bzw. Rhythmus-Spielen bleiben.

Was denkt ihr über seine Äußerungen? Sind Microsoft und Sony wirklich so wenig kreativ, oder tut er ihnen unrecht? Und wie könnte man die mangelnde Kreativität der Konsumenten, die er so beklagt, beheben?


Diesen Artikel teilen


Weitere Artikel zu diesem Thema


Kommentare

Kommentar verfassen

Jetzt einen Kommentar verfassen