Test: Pokémon Tekken DX (Switch)


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Es darf geprügelt werden. Mit Pokémon Tekken DX steht nach Mario Kart 8 Deluxe der nächste Port eines Wii U-Titels mit erweiterten Inhalten für die Nintendo Switch in den Startlöchern. Für wen sich der Griff ins Regal lohnt, klären wir für euch in unserem ausführlichen Test zum Spiel.

Nachdem Bandai Namco mit Tekken Tag Tournament auf der Wii U offenbar Gefallen an Nintendos letzter Heimkonsole gefunden hatte, folgte mit Pokémon Tekken (im Original: Pokkén Tournament) bald ein Arcade-Automat, der in Zusammenarbeit mit The Pokémon Company das grundlegende Gameplay von Bandai Namcos Vorzeige-Prügler Tekken mit den Pokémon-Charakteren verknüpfte. Im März 2016 erschien das Game auf der Wii U, wo es durchaus respektable Wertungen kassieren konnte. Doch nicht zuletzt aufgrund des geringen Erfolgs von Nintendos letzter Konsole und da für das Spiel keine langfristigen Pläne für unterstütztenden DLC in Aussicht standen, hielten sich auch die Verkaufszahlen in Grenzen und knackten zwar die Million, schöpften aber das Potenzial dieser Kooperation nicht aus.

Prügel für Pikachu?!

Aus diesem Grund dürften sich bestimmt einige Fans freuen, dass es dieser Titel nun in einer erweiterten Fassung auf die Nintendo Switch schafft. Zu den 16 Charakteren der Wii U-Fassung gesellen sich mit Impoleon, Darkrai, Scherox und Glibunkel auf der Switch nicht nur vier bisher in der Arcade-Version erhältliche Charaktere, sondern mit Silvarro auch ein exklusives Taschenmonster, das Fans aus Pokémon Sonne und Mond kennen. Ihr startet ins Spiel mit einem kurzen Tutorial, in dem euch die Grundlagen erklärt werden. Ihr entscheidet euch als brandneuer Trainer für ein erstes Pokémon an eurer Seite und erstellt mit anfangs eher begrenzten Möglichkeiten euren Avatar. Mit fortschreitendem Erfolg im Spiel kommen hier natürlich weitere Optionen hinzu, so dass ihr euren Avatar weiter euren Vorlieben entsprechend anpassen dürft. Euer Kämpfer-Pokémon könnt ihr natürlich ebenfalls jederzeit ändern, wie es sich für ein Prügelspiel gehört.

Schick, schicker, langärmliger Cardigan

Und nun sind wir auch schon beim Herzstück des Games angelangt, denn in erster Linie steigt ihr mit euren Pokémon in den Ring, um einem feindlichen Trainer und dessen Taschenmonster ordentlich auf die Mütze zu geben. Rein vom Gameplay her hat man sich dabei an Bandai Namcos erfolgreicher Tekken-Serie orientiert, ohne jedoch ganz die Tiefe dessen zu erreichen. So finden sich Einsteiger schneller im Game zurecht, wobei Profis schneller die Kampftechniken ihrer Favoriten perfektioniert haben dürften. Mit schwachen und starken Schlägen sowie einem Sprung-Button, einer Pokémon-Attacke und einem Block habt ihr alle Aktionen schnell im Griff und schüttelt kombiniert mit Richtungstasten oder Button-Folgen schnell die ersten Combos und Specials aus dem Ärmel. Wer sich dabei im Detail mit seinem Kämpfer beschäftigen will, kann dies im Training machen. Schnell lernt ihr auch das Phasensystem zu nutzen, da ihr in Pokémon Tekken DX in den einzelnen Arenen im Feldmodus startet und dort auf Distanz angreift, nähert ihr euch eurem Feind wechselt ihr dagegen in die Duellphase, wo es dann eher mit Nahkampfcombos zur Sache geht. Da ihr in jeder dieser Phasen unterschiedliche Angriffe vollführt, gilt es zumindest hier ein wenig zu taktieren. 

Als ob das noch nicht genug wäre, seid ihr im Kampf natürlich nicht alleine. So wählt ihr vor jedem Kampf zwei Helfer-Pokémon, von denen ihr eines bei voller Helferleiste mit zum Einsatz bringen dürft. Mit speziellen Angriffen, heilenden Fähigkeiten oder dem Schutz vor Statuseffekten könnt ihr euch hier einen kleinen Vorteil verschaffen. Aber Vorsicht, denn euer Gegner beherrscht diesen Bonus natürlich genauso. Das gilt auch für die Burst-Attacken, wenn eure Limit-Leiste voll ist. Wechselt per Knopfdruck in diese Phase und führt nicht nur stärkere Attacken aus, sondern greift auch auf einen besonders verheerenden Angriff zurück, der im Falle eines Treffers die Energieleiste eurer Kontrahenten empfindlich dezimiert.

Heißt Silvarro, verschießt goldene Pfeile: Lügenpresse!
Wie es sich für ein Pokémon-Spiel gehört, sammelt ihr im Laufe eurer Kämpfe nicht nur Gold, sondern auch Erfahrungspunkte, mit denen ihr euer Pokémon in vier Kategorien nach und nach verbessern könnt. Glurak soll zum offensiven Monster werden? Gengar soll mit seiner defensiven Stärke jeden Kampf überleben? Oder wollt ihr mit Lucario schneller als jeder andere eure Burst-Attacken zünden? Dann verstärkt euren Recken so, wie es eurem Kampfstil entspricht.

 

Gewaldro gegen Gengar!

Einzelspieler dürfen dabei nicht nur Single-Kämpfe bestreiten, sondern in der Liga antreten, wo ihr euch in je fünf Duellen möglichst weit nach vorne kämpft. Seid ihr unter den Top 8 einer Liga angekommen, dürft ihr zum finalen Turnier antreten und auf Sieg spielen. Hier kegelt euch aber bereits eine einzige Niederlage aus dem Turnier. Nach und nach steigt ihr in diversen Ligen auf, die Gegner werden stärker und eine Geschichte über den weiteren Verlauf eurer Karriere als Trainer unterhält euch ein wenig. Mit anderen Spielern dürft ihr euch lokal und auch online duellieren. Gerade während der Testphase war es dabei nicht leicht online einen anderen Spieler zu finden, da die Server noch recht leer sind. Das einzige Testduell gegen einen anderen Spieler lief allerdings recht flüssig ohne Verbindungsaussetzer ab. Schön ist dabei auch, dass ihr nie zu lange auf einen Mitspieler warten müsst, da zur Not einfach ein CPU-Gegner in die Bresche springt. Online dürft ihr euch in den Ranglisten nach oben kämpfen, was für eine längere Motivation sorgen sollte. 

Wo kriegt man solche Klamotten her?

Neu sind in Pokémon Tekken DX die täglichen Herausforderungen, die euch das Spiel immer wieder anwerfen lassen. Hier verdient ihr euch Fertigkeitspunkte für unterschiedliche Pokémon, wenn ihr die gestellten Aufgaben meistert. Ebenfalls auf der Wii U vermisst habt ihr die Möglichkeit in 3er Teams anzutreten. Das bringt nicht nur etwas mehr Abwechslung ins Spiel, es hält euch auch etwas länger bei der Stange und sorgt zusammen mit dem erweiterten Roster dafür, dass alle einen Blick riskieren können, die das Wii U-Original ausgelassen hatten. Aus technischer Sicht wurde ebenfalls noch ein wenig an den Schraube gedreht. So läuft Pokémon Tekken DX sowohl im Dock als auch im Handheld-Modus mit geschmeidigen 60 fps. Die an sich bereits nett gestalteten Kulissen und die fulminanten Effekte kommen dabei gerade auf dem Display der Switch richtig gut zur Geltung. Die Animationen sind meist recht gelungen, während der Sound eher mittelprächtig im Hintergrund dümpelt und kaum im Ohr bleibt. Aber egal, dafür krachen die Soundeffekte ordentlich. Eure Mentorin dagegen werdet ihr schon bald stumm schalten, da sie euch ansonsten vor, während und nach jedem Kampf zutextet. Die durchaus gut gemachte englische Sprachausgabe nervt dabei schnell. 

Fazit

Wolltet ihr schon immer mal Pikachu verdreschen? Ihn durch die Luft wirbeln und mit Flammen brutzeln lassen? Endlich könnt ihr es machen! Pokémon Tekken DX bringt dabei ein etwas abgespecktes Gameplay der Tekken-Serie in Verbindung mit den Taschenmonstern, das vor allem Fans längere Zeit bei der Stange halten dürfte. Prügel-Experten werden hier nicht die Erfüllung finden, aber das technisch saubere Spiel wird in dieser erweiterten Version auch auf der Nintendo Switch seine Fans finden. 

Bewertung

7.5
Gesamt
8.0
Mehrspieler

Gut


Kurzfazit

„Erweiterter Wii U-Port mit größerem Kämpferfeld, mehr Modi und einsteigerfreundlichem Gameplay“

Markus Schnittka

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