Test: Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen (3DS)


  • Test

A Blast from the Past. Mario und Luigi sind wieder da und neuer... nein älter... Also, lest es am besten selbst.

Vor langer, langer Weile, als die Hälfte von uns sich noch keine eigenen Spiele vom Taschengeld leisten konnte (oder wollte) und stattdessen lieber zum Emulator griff. Zu jener Zeit stürzte Nintendos damaliges Handheld-Flagschiff, der GameBoy Advance, seinen Urgroßvater in grauem Gewand nach nunmehr eineinhalb Dekaden vom Thron. Es war eine Zeit, in der sich Software-Piraten ein wahres Paradies aufbauen konnten, sehr zum Leidwesen der Spieleentwickler und natürlich dem Einzelhandel. Auch ich muss mich an dieser Stelle outen: ich habe Stunden mit dem GBA-Emulator verbracht und unzählige Spiele darauf gedaddelt. Doch letzten Endes bin ich so erst auf einige Perlen der Jahrtausendwende aufmerksam geworden und ja: wir hatten und haben einen GBA in unserem Haushalt. Wie sonst hätten wir all die Pokémon tauschen sollen? Aber genug davon.

Eine dieser eben erwähnten Perlen, das war Mario & Luigi Superstar Saga. Mein erstes Mario-Rollenspiel und bis heute vermutlich mein Favorit in der Reihe. Es passte wirklich alles: schöne Grafik, ausdrucksstarke Charaktere, eine aberwitzige Story und ebenso lustige Haupt- wie Nebenfiguren machten das Spiel zu einem Fest für alle Sinne. Inzwischen gibt es sogar schon ganze vier Nachfolger und ein jeder baute auf dem Erfolgskonzept des ersten Teils auf, was mal mehr und mal weniger glückte. Doch wie jeder von uns an die gute alte Zeit zurückdenkt, so hat auch Nintendo seine Liebe für einen Klassiker wiederentdeckt und der Superstar Saga einen neuen Anstrich verpasst. Selbstverständlich nur möglich gemacht durch die unglaubliche Power der Nintendo 3DS-Familie!

Doch Spaß beiseite. Denn Entwickler AlphaDream - seit jeher verantwortlich für die Mario & Luigi-RPGs - hat sich nicht lumpen lassen und das mittlerweile vierzehnjährige Spiel perfekt in die Neuzeit befördert, ohne Einbußen in Sachen Atmosphäre, Sound und Gameplay. Ja im Grunde genommen ist es sogar genau das gleiche Spiel! Die Texte sind 1:1 übernommen worden, die Rätsel sind die gleichen geblieben und die Story hat sich auch nicht verändert. Aber das war schließlich auch nicht das Ziel. Denn ein klassisches Spiel einige Jahre in die Zukunft zu befördern ist jedes Mal eine sehr pikante Angelegenheit, will man doch neue Fans ins Boot holen und gleichzeitig den alten Hasen etwas präsentieren, ohne dabei jemandem auf den Schlips zu treten. Manch einer würde jetzt wohl in Richtung Crash Bandicoot schielen, doch wir schweifen ab. Vielleicht fangen wir einfach mal mit der Geschichte an, die uns erwartet.

Was ist denn hier überhaupt los?

Eines schönen Tages im Pilzkönigreich - niemand ahnt etwas Böses - bekommt Prinzessin Peach Besuch aus dem Bohnenland. Ein Geschenk der Königin wird ihr überbracht, welches sich jedoch als als hinterhältige Falle der boshaften Lugmilla und ihrem kranken Gehilfen Krankfried herausstellt. Mit einem mysteriösen Gas stehlen sie Peachs Stimme und entfliehen der heldenhaften Toad-Leibgarde mit tosendem Gewitter.

Mit Pauken und Trompeten wird der Abgang signalisiert.

Kurze Zeit später erhalten unsere Titelhelden Mario und Luigi ungeahnten Besuch eines aufgebrachten Toads, der ihnen die schlimme Nachricht überbringt. Mario, frisch aus der Dusche entsprungen, macht sich unverzüglich auf den Weg und schleift Luigi mitsamt Wäscheleine direkt zum Palast. Nach kurzer Auseinandersetzung mit dem König der Koopas und einer Demonstration von Peachs neuer, bombenhafter Stimme sind sich die beiden einig: Lugmilla muss schleunigst aufgehalten werden! Im Koopa-Jet machen sich Mario und Bowser auf den Weg Richtung Bohnental.
Moment, Mario und Bowser? Ja, ganz richtig. Luigi ist nämlich nicht allzu versessen auf das Abenteuer und winkt Mario nur zum Abschied Lebewohl. Eine Geste, die Bowser als Anmeldung in seine Armee wahrnimmt, woraufhin Luigi von Bowsers verspätet eintreffender Armee unsanft in den Flugapparat befördert wird. Und genau hier beginnt die Reise als unschlagbares Duo! Und nicht als Trio, denn die stachelbesetzte Riesenkröte verlässt uns alsbald aufgrund gewisser... Umstände.


Fremde Gefilde

Wenn im Pilzkönigreich so gut wie jeder Bewohner ein Pilz ist, dann kann man sich vorstellen, dass im Bohnenland hauptsächlich Bohnenmenschen leben. Doch so spaßbesessen wie das Bohnenland ist fällt es fast schwer zu glauben, dass einem in den ersten zehn Spielstunden kein einziges Kichererbsen-Wortspiel begegnet. Tatsächlich sind so viele Begriffe vom Lachen abgeleitet, dass einfach keine schlechte Laune mehr aufkommen kann. Das Lachdorf in den Lachbergen, das Gröhltal im Norden, das Kichermeer, die Lachhochschule sowie die alten Hehegypter! Das Lokalisierungsteam von Nintendo hat sich mal wieder alle Mühe gegeben.

Doch bei all der Heiterkeit sollte man seine Feinde nicht aus dem Blick verlieren. Denn die bietet Mario & Luigi: Superstar Saga zuhauf. Statt Gumbas gibt es hier Beanies, welche nichts weiter als fiese, armlose Bohnenmenschen sind. Also wie Gumbas im Vergleich zu Toads. Aber nebst den fiesen grünen Böhnchen und spacigen Fliegen gesellen sich auch bekanntere Gesichter in die Riege der Feinde wie Waschbär-Gumbas, Parakoopas und sogar die abgedrehten Viren aus Dr. Mario! Ganz zu schweigen von den teils knackigen Bossen, die alle ziemlich einzigartig sind und gute Hand-Auge-Koordination benötigen, wenn man sie möglichst unbeschadet besiegen will.


Und wie funktioniert das jetzt?

Das Spiel besteht im Grunde genommen aus zwei Phasen: Platforming und Kämpfen. Ersteres ist schnell erklärt. Man steuert Mario und Luigi gleichzeitig, wobei der eine Bruder dem anderen immer auf Schritt und Tritt folgt. Ähnlich wie die Ice Climbers in Super Smash Bros. Mario vollführt Aktionen mit A, Luigi mit der B-Taste. In der Regel sind das der Sprung oder der Schlag mit einem Hammer. Auf der anderen Seite können sich die Brüder für gewisse Aktionen - auszuwählen über die L- und R-Tasten - zum Beispiel auf die Schulter des jeweils anderen stellen, um höher gelegene Orte zu erreichen oder durch Tornados zu wirbeln. Letztere ist eine der ersten Techniken, die Mario und Luigi Im Laufe des Spiels erlernen werden. Derer werden noch viele folgen und jede dieser Fähigkeiten wird den beiden Klempnern unter Garantie auf unterhaltsame Weise beigebracht. Doch das sollte man sich selbst anschauen.
Neu dabei ist, dass man mit der X-Taste jetzt beide Charaktere gleichzeitig springen lassen kann. Das erspart einem den abwechselnden Druck auf A und B. Außerdem muss man so nicht vom Hammer zurück auf den Sprung wechseln, was im ursprünglichen Spiel der Fall war.

Die Kämpfe hingegen sind rundenbasiert. Marios Aktionen wie das Springen oder der Hammerschlag werden wie schon oben erwähnt mit der A-Taste ausgewählt. Luigi ist der B-Knopf zugewiesen. Typisch für die Serie kann man zu bestimmten Zeitpunkten während der Angriffs den entsprechenden Aktionsknopf erneut drücken, um eine verheerendere Attacke auszuführen. Und wem die normalen Attacken zu langweilig werden, der kann die Brüderangriffe nutzen. Sowohl Mario als auch Luigi haben dabei ihre eigene Variante drauf und richten bei erfolgreichem Ausführen großen Schaden beim Gegner an. Auch hier ist das Timing der Aktionstasten sehr wichtig. Doch zum Glück habt ihr jederzeit die Möglichkeit, den Angriff an einem Demo-Gumba auszutesten. Das geht sogar mitten im Kampf, aber natürlich ohne Auswirkung auf das tatsächliche Geschehen. Diese mächtigen Asse im Ärmel verbrauchen jedoch einige Brüderpunkte (vielen eher als Mana bekannt), also Obacht.
Alternativ lassen sich die Brüderangriffe übrigens automatisch perfekt ausführen, doch das kostet nochmal mehr Brüderpunkte.

Kugelwillis in Space! Im Hintergrund: so Ölfässer.

So wie man angreift, wird auch verteidigt. Und hier kommt eines der wichtigsten Elemente der Kämpfe ans Tageslicht: das Beobachten des Gegners. Denn jeder einzelne Gegener im Spiel verlautbart vor oder während eines Angriffs auf optische oder teils akustische Art und Weise, welchem der beiden Brüder er ans Leder will. Wenn man diese Taktik durchschaut wird ein Treffer auf jeden Fall leichter zu verhindern sein. Je nachdem wie der Gegner angreift schnappen sich die Jungs entweder ihre Hämmer, um den Angriff zu parieren - und dem Gegener eventuell dabei eins überzubraten - oder nehmen die Beine in die Hand, um über den Feind oder dessen Projektil zu springen. Auch hier kann ein wohlgetimter Sprung dem Gegner einen vor den Latz geben.
Die Gegner und ihre Angriffe sind sehr vielseitig und man wird unter Garantie mal durch eine Finte erwischt. Aber das sollte einen nur ermutigen, beim nächsten Mal genauer hinzuschauen. Denn all den Angriffen mit Leichtigkeit auszuweichen tut manchmal einfach nur gut.

Wenn jedoch alles nichts hilft oder man schlichtweg nicht hinter die Taktik des Gegners kommt, kann man Angriffe mit der X-Taste auch blocken. Das mindert zumindest den erlittenen Schaden.


Doppel-XP-Wochenende

Was dich nicht umbringt, macht dich härter. Das gilt vor allem in Rollenspielen und Level-Ups stehen hier an der Tagesordnung. Mit jedem Level-Aufstieg erhöhen sich die Werte von Rot und Grün, wobei ein jeder unterschiedlich aufsteigt. Marios Fokus liegt bei Angriffskraft und Geschwindigkeit, während Luigi langsamer ist, dafür mehr Trefferpunkte und eine höhere Verteidigung vorzuweisen hat. Mit jedem Aufstieg besteht jedoch die Möglichkeit, einen der Werte erneut zu erhöhen. Ein Lakitu mit einem Glücksrad erscheint neben dem gewünschten Parameter und mit einem Drück auf A (oder B) hält das Rad an. Wenn man genau hinschaut merkt man, dass immer wieder die gleichen Zahlen durch das Rad laufen. Mit etwas Geschick kann man so jedes Mal einen Wert um satte vier Punkte erhöhen, was sich schon nach kurzer Zeit in Kämpfen stark bemerkbar machen wird. Es kann so auch jedes Mal der gleiche Wert erhöht werden, jedoch stehen bereits beispielsweise bei der ersten Wiederholung vom Angriffswert nur Einsen und Zweien zu Wahl. Nichtsdestotrotz ist man so im Nur für gewisse Abschnitte overpowert, was das Spiel mitunter viel zu einfach machen kann. Auf der anderen Seite dürften einige Spieler diese Möglichkeit begrüßen, die vielleicht nicht so gut mit Quick-Time-Events umgehen können. Wie gesagt ist dies vom jeweiligen Geschick des Spielers abhängig. Nicht jeder dreht ununterbrochen eine Vier.

Aber Aufleveln ist nicht alles. Denn spätestens in Bohnenburg kann man sich mit neuen Hosen und Orden eindecken, welche direkten Einfluss auf Angriff, Verteidigung und andere Werte haben. Natürlich dürfen hier Boni wie "heilt nach jedem Soloangriff" und "regeneriert Brüderpunkte" nicht fehlen. Doch die guten Stücke kosten teilweise ordentlich Bares. Deshalb will ein Kauf wohlüberlegt sein, denn je weiter man im Spiel kommt, desto mehr steht natürlich zur Auswahl.


Zeit für 'nen wohlverdienten Drink

Bohnenburg beherbergt nebenbei ein hübsches kleines Café, in dem ihr dank gefundener Bohnen neue Kaf- äh, ich meine Säfte zubereiten könnt. Ein Blick auf die Kaffeemüh-... okay. Eigentlich ist es doch wohl nur offensichtlich, oder? Ich hab mal ein Foto von der Apparatur gemacht.

Ein Bild des Grauens.

Zugegeben, ein Gumba Colada dürfte alles andere als ein Kaffee sein. Aber ich kenne beileibe keine Bohnensäfte.
Ach ja, der kleine Automat dürfte euch auch verraten, wer der Besitzer des Cafés ist. Für jeden neu zubereiteten Saft dürft ihr euch auf ein Wiedersehen mit dem alten Professor I. Gidd freuen. Schon im Jahre 2003 hat er die Leute zum Lachen gebracht und es funktioniert heute noch genauso gut wie damals.

Arroretoto se reparo

Ganz typisch für ein Spiel im Mario-Universum: kein Schwein spricht mit euch. Also schon, aber es gibt keine Sprachausgabe. Nur das übliche Geduddel der NPCs oder hier und da ein "Wow" und "Aaargh!"
Doch auch unsere beiden Lieblings-Bros müssen sich mit den anderen Charakteren verständigen, weshalb man Charles Martinet - vermutlich schonmal gehört, macht öfter Woohoo-Geräusche - ein paar italienisch klingende Worte ins Mikrofon brabbeln ließ. Dabei kommen dann solche Goldstücke wie in der Überschrift heraus und es passt einfach wie die Faust aufs Auge.
Am besten kommt natürlich, wenn einige NPCs dieses Wirrwarr an Geräuschen ebenso wenig verstehen und auf beunruhigende Nachrichten mit "Waaas?!" reagieren, nur um dann mit einem "Ich habe kein Wort verstanden." den Jungs den Wind aus den Segeln zu nehmen (und sie in bester Anime-Manier auf die Bretter zu schicken). Generell kann man sich bei so gut wie jedem Gespräch auf einige lustige Anspielungen gefasst machen. Aber wir wollen ja nicht alles verraten. Wobei ich schon einiges verraten habe...

Es war eine Frau?

Der letzte Punkt, welcher Mario & Luigi: Superstar Saga auszeichnete und es jetzt ebenfalls tut, ist die Musik. Hauptverantwortliche Komponistin war und ist Yoko Shimomura, die durch die Bank weg einen vorzüglichen Soundtrack geschaffen hat, welcher in jeder Situation einfach nur passt. Selbst die Titelmelodie treibt einen an, sofort weiterzuspielen. Es ist schon ein Kunstwerk, einem Spiel einen Soundtrack zu verpassen, der einem ständig das Gefühl gibt "Ja, wenn ich hier wäre müsste da genau diese Musik spielen". Natürlich wurden die Musikstücke im Vergleich zum damaligen GBA-Spiel auch auf Vordermann gebracht, haben dabei aber nichts von ihrem Charme verloren. Im Gegenteil, manches ist selbst mit Blick durch die rosarote Nostalgiebrille noch besser, als es damals ohnehin schon war.

Ist denn jetzt groß was verändert worden?

Tatsächlich gibt es hier und da ein paar kleine Veränderungen am Gameplay. Man hat zum Beispiel jederzeit die Möglichkeit, das Spiel zu speichern. Man ist also nicht mehr an die (üppig verteilten) Speicher-Bücher gebunden, allerdings gibt es diese immer noch. Die Option ist also optional, aber dennoch sehr nützlich, wenn kein Buch in der Nähe ist. Dann wäre da noch das erwähnte Springen beider Hauptfiguren mit der X-Taste. Schön und gut, solange man in der Wildnis unterwegs ist. Denn der Schlag mit dem Hammer wird ignoriert und durch Springen ersetzt, aber dafür kann man mit X noch immer Schilder lesen und Leute ansprechen, was mitunter sehr nervig sein kann. Außerdem erlernen Mario und Luigi irgenwann so viele Aktionen, dass es ewig dauern kann, zwischen ihnen hin- und herzuschalten. Abhilfe schafft da der Touchscreen, über den man die Fähigkeiten auch auswählen kann. Aber dafür wird über diesen Zeitraum die Karte ausgeschaltet.
Wem das zu viel Rumgedrücke ist, der kann auch einfach L und R gleichzeitig drücken. Damit wechselt man wieder in den Standardmodus, in dem beide Figuren einfach nur springen.

Meine Beine würden schon beim bloßen Gedanken nachgeben. Zum Glück gibt's keinen Fallschaden.

Neu ist zudem die Verwendung von amiibo (es werden nur einige amiibo der Super Mario-Reihe verwendet, bzw. die Mario-Charaktere aus der Smash-Bros.-Reihe). Mit ihnen kann man Stempel in einem Stempelbuch sammeln, für dessen Ausfüllen man mit verschiedenen Items belohnt wird. Der entsprechende Grünling in Bohnenburg ist mit einer amiibo-Sprechblase ausgerüstet. Nicht zu verfehlen.


Plus Bowsers Schergen

Es begab sich zu einer Zeit, als Mario und Luigi
zu einem großen Abenteuer aufbrachen und
plötzlich noch ein anderer Schauplatz rief...
So beginnt sie, die Geschichte der Schergen!

Ganz neu ist der Modus "Bowsers Schergen" welcher eine eigene kleine Geschichte erzählt. Ein verlorener kleiner Gumba versucht seinen geliebten König Bowser wiederzufinden, nachdem sich ihre Wege "explosionsartig" trennten. Doch ein Gumba allein sit noch keine Armee. Zum Glück trifft er nach kurzer Zeit auf seine Schergen-Kameraden, die den kleinen Pilz direkt zu ihrem Kommandanten ernennen, weil sie selbst keinen Bock auf den Posten haben. Mit vielen Ego-Streicheleinheiten schaffen sie es, unseren neuen "Helden" von seinem Talent zu überzeugen. Denn er hat diese gewisse Aura! Und sie ist lila!!

Fortan gilt es, neue Rekruten zu sammeln und feindliche Horden auszuschalten um am Ende Bowser zu retten. Eure eigene Schar besteht dabei aus bis zu acht Schergen, bestehend aus Stürmern wie den Gumbas, Fliegern wie zum Beispel Para-Koopas und Schützen, welche Hammerbrüder sein können. Wie im Waffendreieck von Fire Emblem sind die drei Arten von Einheiten gegeneinander im Vor- oder Nachteil. Und so muss darauf geachtet werden, gegen jeden Feind die richtige Aufstellung parat zu haben. Aber keine Sorge. Es gibt keine Oberwelt mit zufälligen Kämpfen. Man wählt von einer Karte aus die nächste Schlacht, welche Hinweise gibt, aus welche Einheiten die nächste Welle in etwa besteht. Jedoch sieht man die Anzahl an Gegnerwellen, oder besser gesagt Runden, erst während der Schlacht.

Kommt es zum Kampf hat der Spieler zu Beginn der Geschichte kaum etwas zu tun. Zwar gibt es wieder Quick-Time-Events, allerdings greifen alle Figuren von selbst an, abhängig von ihrer Geschwindigkeit. Es gilt, den gegnerischen Kommandanten zu erledigen, ohne den eigenen zu verlieren. Eine jede Schlacht kann somit ziemlich chaotisch aussehen, wenn 16 Viecher gleichzeitig über den Bildschirm wuseln. Sollten dabei einige eurer Kameraden besiegt werden, so verzagt nicht. Nach jeder Runde werden alle wieder ins Boot geholt und es geht weiter.  Nach Beendigung der letzten Runde erhalten die Schergen Erfahrungspunkte und steigen im Level auf. Genau wie Mario und Luigi. Und das ist auch wichtig, denn die Gegner werden auch immer stärker!

Hier sieht man mal die Beanies in Aktion!

Der Schergenmodus besteht übrigens auch aus mehreren Kapiteln. Es dürfte also eine Weile dauern, bis ihr den großen König Bowser retten könnt. Da man Bowser allerdings auch in der Hauptgeschichte noch ein paar Mal antrifft und sich die beiden Storys überschneiden, darf man auf einige Wendungen gespannt sein. Bowsers Schergen ist ab einem bestimmten Punkt jederzeit über das Pausemenü abrufbar. Und man kann auch genauso leicht zurückwechseln. Wer also eine kleine Abwechslung sucht kann mit den "Koopas und den Troopas" Vorlieb nehmen.

Fazit

Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen bietet sowohl Freunden des Jump 'n' Run-Genres als auch eingefleischten Rollenspielfans viele Stunden Spielzeit und ein spaßgeladenes Abenteuer in unserer Lieblingspilzwelt. Oder Bohnenwelt, wenn man's genau nimmt. Ein absolut genialer Soundtrack, eine Steuerung die schnell in Fleisch und Blut übergeht, fordernde, aber nicht zu schwere Kämpfe, die Möglichkeit, immer und überall zu speichern. AlphaDream hat uns die Superstar Saga neu aufgewärmt und wie ein guter Eintopf am besten nochmal über Nacht zieht, so ist dieses Spiel besser als es jemals war. Für Mario & Luigi-Fans ein klarer Kaufbefehl. Alle Zweifler können ja mal in ein Let's Play reinschnuppern. Aber lasst euch nicht zu sehr spoilern, denn es gibt unerlaubterweise schon so einige Videos da draußen. Am besten ihr kauft es trotzdem. OBEY WARIO!
Und immer schön mit der Maus über die Bilder hovern. Ich sag das nicht umsonst!

Bewertung

9.5
Gesamt
-
Mehrspieler

Fantastisch


Kurzfazit

„Back to the roots nach 14 Jahren Gewächshauspflege: ein unverzichtbarer Klassiker.“

Tim Schuch

Spiel kaufen


Bildergalerie

Diesen Artikel teilen


Weitere Artikel zu diesem Thema


Kommentare

  • Noch kein Kommentar vorhanden – schreibe jetzt den ersten!


Kommentar verfassen

Jetzt einen Kommentar verfassen